Samstag, 30. August 2014

Burgfräulein und Rittersleut

Da Turku die älteste Stadt Finnlands ist, sind die ältesten Bauwerke Turkus auch die ältesten Bauwerke Finnlands. Heute habe ich eines besichtigt: Um 1280 herum wurde mit dem Bau des Schlosses begonnen. Zunächst befand es sich auf einer Insel - da Skandinavien sich aber langsam anhebt, ist davon heute nichts mehr erkennbar. Das macht den Besuch aber nur bequemer, denn so kann der Bus (Linie 1) direkt davor halten.
An der Kasse haben wir einmal mehr festgestellt, dass die Finnen ein superfreundliches Volk sind: Unsere Studentenausweise sind noch in Arbeit, derzeit haben wir nur gestempelte Quittungen, dass wir unsere Beiträge für die Student Union bezahlt haben. Diese Quittungen wurden anstandslos akzeptiert, sodass wir nur 5 statt 9€ bezahlen mussten. Wir waren uns einig: In Deutschland hätte das nicht geklappt!
Innenhof
Zierrahmen
Außenmauer - und blauer Himmel!
Meine Mädels
Eines von vielen Modellen.
Hölzerne Madonna
Im Skriptorium.
Sitznischen am Fenster gibt es in fast jedem Raum.
Ausstellung: Mode vom 18. - 20. Jahrhundert
Hatte mir das Schloss bis dahin zwar schon recht gut gefallen, mich aber noch nicht vom Hocker gerissen, offenbarte uns der nächste Raum eine Menge Kostüme und Kopfbedeckungen. Für die Spielkinder unter uns ein Paradies!

Ich brauche einen Umhang. Ehrlich!
Eingeschränkte Übersicht.
Burgenbausatz
Tischszene mit Wachsfiguren

Ich muss gestehen, dass wir irgendwann aufgegeben haben. Nach zwei Stunden treppauf, treppab und Unmengen von Fotos und Eindrücken, waren wir geplättet. Aber sehr, sehr glücklich.
Da ich im Laufe des Semesters noch Besuch von einigen lieben Menschen bekomme, habe ich vielleicht die Chance, nochmal ins Schloss zu gehen. Mir fällt da jemand ein, der Spaß an Ritterhelmen haben dürfte. :D

Donnerstag, 28. August 2014

Orientierung: wechselhaft

Dass wir uns auf dem Weg zum Orientation Course heute Morgen erst einmal verlaufen haben - geschenkt. Immerhin: Bei der Gelegenheit habe ich neben meiner Nachbarin Marina auch noch Theresa kennen gelernt. Zwei Stunden bin ich letzterer um den Hals gefallen, weil Metallica ihre absolute Lieblingsband ist und noch etwas später planten wir zu dritt einen Ausflug nach Stockholm.
Ich hatte eigentlich nicht vor, meine Zeit in Finnland mit Deutschen herumzuhängen, aber es ist nun mal so, dass von etwa 160 exchange students 48 aus Deutschland kommen. Und ich bin nicht bereit, tolle Menschen aufgrund ihrer Nationalität auszusortieren. ;)

Im Moment sind die Tage mit viel Bürokratie gefüllt. Mietvertrag unterschrieben, finnische SIM-Karte aktivieren, Starting Package abholen, um endlich ein Kissen zu haben, an der Uni einschreiben, herausfinden, wie die Mensen funktionieren ...
Heute haben wir die Kurse für das kommende Semester gewählt und bei dieser Gelegenheit habe ich mein Learning Agreement... total über den Haufen geworfen. Den Schwedisch-Kurs werde ich vermutlich aufgrund des gewaltigen Andrangs nicht besuchen können und was im Kursbuch als englischer Self-Study Course angboten war, findet sich jetzt als schwedisches Seminar im System. Ich bin ja mal sehr gespannt, was ich hier am Ende tatsächlich besuchen werde. ;)
Drückt mir doch bitte alle mal kräftig die Daumen, dass spannendes Zeug dabei sein wird.

Dienstag, 26. August 2014

Spaziergang

Von meinem fabelhaften Wohnheimszimmer ist es nur ein wenige Minuten langer Fußmarsch bis zum Campus und zum Dom, der laut meinem Reiseführer ein "Wahrzeichen der Stadt und Finnlands Nationalheiligtum" ist.


Erbaut im 12, Jahrhundert ist die Domkirche ein viel beeindruckenderer, wuchtigerer Bau, als man auf den Fotos erahnen kann. Da ich Klinkerbauten mag, hat sie mein Herz sofort erobert.


Im Inneren gibt es einige Nebenkapellen zu bestaunen. Mir gefällt, wie unterschiedlich sie gestaltet sind. Und mit aufwendiger Decken- und Wandmalerei kriegt mich ja jedes Bauwerk. Mit Glasfenstern und brennenden Kerzen auch. Von herumhängenden Segelschiffen mal ganz zu schweigen!
Deutsche Sprache! Wuhu!
Nachdem das Nationalheiligtum mich schon so begeistert hatte, machte Nina noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt, um meine Ortskenntnisse zu erweitern. Der Second Hand-Shop, den sie mir zeigen wollte, scheint leider geschlossen zu sein. Direkt daneben befindet sich allerdings ein Pub, der mit deutschen Bierpreisen lockt (2,90€!). Und direkt gegenüber liegt ein großer Park, der zum Schlendern einlädt - im Sommer finden hier häufig Picknicks statt.
Geschlossener Second Hand-Shop. :(
Für Sterngucker.

Montag, 25. August 2014

Unerwartet

Bei meinem ersten Supermarktbesuch am Samstag stieß ich unerwartet auf ein Stück Bamberg:


Nicht, dass ich ein großer Fan der Schlenkerla-Erzeugnisse wäre. Aber gefreut habe ich mich trotzdem ausgiebig.

Sonntag, 24. August 2014

Mein neues Zuhause

Ich wohne im Studentenwohnheim in einem Einzelappartement und um ehrlich zu sein hatte ich ganz schön Bammel davor, die ersten Tage in einem kahlen Raum zu hocken, in dem so gar nichts nach einem Zuhause aussieht. Völlig umsonst, denn meine Vormieterin hat einiges hiergelassen, darunter Bettwäsche, einen Teppich - und Deko. Zusammen mit dem Kram, den ich hierher mitgebracht habe - darunter die beste rosa Eule von allen, die auch ein tolles Kissen ist - fühle ich mich jetzt schon richtig heimisch.

Hell und freundlich.
Am meisten begeistert mich das Uhrenmotiv.
Die Blumen sind aus Klopapierrollen gebastelt.
Der Zettel erinnert daran, den Schlüssel einzupacken.
Zwei Matratzen. Super für Besuch!
Lieblingsmenschen und Schuhu
Kühlschrank. Mit Mumin.

Samstag, 23. August 2014

Ankunft

Wer nach einer nahezu schlaflosen Nacht mit klopfendem Herzen und vor Aufregung flauem Magen in Turku landet, wird auf ganz fantastische Weise von einem Troll begrüßt:

Mumin
Zehn Meter weiter kam es dann auch schon zur nächsten Begegnung: meine Tutorin Nina. Die Liebe hatte nicht nur meinen Zimmerschlüssel dabei, sondern auch einen weiteren Tutor mit Auto.  Dass er im Wohnheim meinen Koffer in den zweiten Stock getragen hat, gibt weitere Bonuspunkte.
Zwei Stunden später saß ich schon mit einigen Erasmus-Studis und ihren Tutoren im ersten Pub, ein altes Schulgebäude, in dessen Klassenzimmern nach wie vor Karten an der Wand hängen. Sehr gemütlich!

Besser kann so ein Erasmus-Semester ja eigentlich gar nicht starten!