Dienstag, 16. September 2014

Wasser, Bäume, keine Menschen

Bevor ihr glaubt, ich hätte mich im Land geirrt, möchte ich euch heute zeigen, wie schön Finnland ist. Mit Julia aus Österreich und Myriem, der patriotischen Belgierin habe ich gestern aufgrund von weiterhin tollem Wetter die Kleinstadt Naantali besucht, die etwa zwanzig Minuten von Turku entfernt liegt.


"Keine Menschen" soll übrigens nicht heißen, dass ich die Abwesenheit von Menschen per se so erfreulich fände wie die Anwesenheit von viel Wasser und vielen Bäumen. Vielmehr hat uns erstaunt, wie ausgestorben Naantali war. Wir haben schon angefangen, von Zonbieapokalypsen und ähnlich haarsträubenden Dingen zu fantasieren...
Da ist es doch etwas beruhigender, wenn man im Nebenzimmer jemanden singen hört, so wie jetzt eben. Jedenfalls so lange, bis man sich dann überlegt, ob die anderen einen auch so gut hören, wenn man singt. Die Armen.

Freitag, 12. September 2014

Perfektes Wochenende in Traumstadt - Königlicher Abschluss

Am Sonntag haben wir uns aus der Innenstadt herausgewagt und sind nachDrottningholm gefahren. Im dortigen Palast lebt die Königsfamilie.
Muss ein seltsames Gefühl sein, ständig Fremde im Garten herumlaufen zu haben! Was wir aber sehr genossen haben, denn wie man auf den Fotos sieht, hatten wir wieder fantastisches Wetter.

Was aussieht wie Stoff, sind in Wirklichkeit Kacheln.
Rückfahrt mit dem Boot
Abschiedsblick auf Stockholm bei Sonnenuntergang. Hach!
Nicht ganz so fantastisch wie der Rest unseres Kurzurlaubs war die nächtliche Rückfahrt. Dies ist eine Low Budget-Fährenkabine:


Ja, die Betten sind genau so schmal, wie sie aussehen. Und ja, ich hatte Angst, dort rauszufallen. ;)
Aber wir sind heil und ohne Abstürze wieder in Turku angekommen - mit vielVorfreude auf mein Wohnheimsbett. Es war, wie nach Hause zu kommen. Spätestens da wusste ich: Ich bin in Turku so richtig angekommen. Das ist Zuhause. Wenigstens für die nächsten Monate.

Donnerstag, 11. September 2014

Perfektes Wochenende in Traumstadt - Meer vor dem Fenster

Weil zwei Nächte auf der Fähre nicht ausreichen, haben wir uns auch bei der Wahl des Hostels für ein Schiff entschieden: Gustaf af Klint. Das liegt ungefähr fünf Gehminuten vom Anlegeplatz der Fähre entfernt und war nicht nur deswegen eine tolle Wahl.


Zugegeben: Beim Anblick der Kabine waren wir alle erst mal ein wenig unbegeistert. Ein bisschen abgeranzt wirkt sie schon und die Matratzen sind ungefähr so dick, wie Liegestuhlauflagen.

Aber wisst ihr was? Ich habe darauf irrsinnig gut geschlafen! Und Theresa meinte morgens: "Das ist das erste Mal, dass ich vom Bett aus das Meer sehen kann!" Wenn das mal nichts ist.
Theresas Bullauge

Wer mich kennt, weiß, dass Essen wichtig ist. Entsprechend begeistert war ich vom Frühstücksbüffet. Om nom nom! Ich glaube, wir haben eine Stunde lang vor uns hin gemampft - Müsli, Toast, diverse andere Brotsorten, hartgekochte Eier, Käse, Wurst... Und natürlich Kaffee. Ich mutiere hier noch zur Kaffeetrinkerin.
 
Als wir trotz Frühstücksfresskoma und WLAN schließlich das Schiff verlassen hatten, empfing uns draußen strahlender Sonnenschein. Es war sogar noch wärmer als am Samstag - perfektes Wetter für einen weiteren Ausflug.Wohin, erzähle ich euch morgen.

Mittwoch, 10. September 2014

Perfektes Wochenende in Traumstadt - Eindruecke

Ich hatte ja bereits dezent darauf hingewiesen, dass Stockholm mir sehr gut gefallen hat. Ich hoffe, dass euch die folgende Bilderflut einen Eindruck vermitteln kann, warum gerade Gamla Stan, die Altstadt, mein Herz im Sturm erobert hat:

Schaumparty anyone?
Cityhall
Halbstuendiger Wachwechsel um 12:15 Uhr mit viel Marschmusik
Kanelbulle! Ich weiss nicht, wie ich je ohne leben konnte.
Die Markthalle hatte leider schon zu.
Ich hätte gerne ein Boot.
Der entzueckendste Balkon ever.

Wenn ihr euch den Himmel anschaut, wisst ihr: Es lag auch am strahlenden Sonnenschein und den 20 Grad. Aber enge, verwinkelte Gassen mit tollen Lädchen und viel Gruen machen mein Glueck perfekt.
Fotos von unserem Schlossbesuch habe ich keine - drinnen ist fotografieren nicht erlaubt. Aber es sei so viel gesagt: andere Barockschlösser sind huebscher (und das sage ich nicht aufgrund von Lokalpatriotismus). Aber die Fuehrung war sehr lustig und es gibt in den Royal Appartements viel amuesantes zu entdecken (schlechte Eigenschaften symbolisierende Figuren, die von Herkules aus Rahmen geschubst werden beispielsweise), so dass ich sie trotzdem empfehlen kann.
Genauso empfehlenswert fand ich den Wachwechsel um 12:15 Uhr. Inklusive diverser Marschmusikeinlagen dauerte das Spektakel ueber eine halbe Stunde. Theatralisches Ausrollen und Herumschwenken der schwedischen Flagge? Wiederholtes Auf und Ab marschieren? Äusserst vergnueglich!
Leider musste ich an diesem schönen Tag auch einen traurigen Verlust hinnehmen. Wer mich schon ein Weilchen kennt, kennt auch die Lederstiefel, die ich im Mai aus Göteborg mitgebracht hatte. Zurueck in Schweden haben sie beschlossen, ihr Leben auszuhauchen: Mit einem Loch in der gebrochenen Sohle. 15 Stunden damit ueber bösartiges Kopfsteinpflaster laufen: nicht ganz so amuesant wie Wachwechsel. (Weggeworfen habe ich sie trotzdem nicht. Sie liegen im Wohnheim und warten darauf, ob mir noch was tolles fuer ihr Leder einfällt.)

Nicht nur deshalb war ich sehr froh, als wir spätabends in unserem Hostel in die Koje kippten. Warum das eine besondere Erfahrung war, erzähle ich morgen...